Zürich my Love - ein Tag voll Futter ...und Gedanken zum Thema Tapetenwechsel

Ich verreise viel zu selten. Früher war das ja irgendwie auch mal anders. In meinem - mehr oder weniger - jungen Leben konnte ich so schon einige hübsche Fleckchen Erde sehen: Städtetrips nach London, Paris, Florenz, Genf... Urlaube in Ägypten, der Karibik, Vancouver...

Vanocouver gehört übrigens auch zu meinen favourite places to be. 2011 habe dort spontan 6 Wochen geurlaubt und mich in die endlose Natur mit ihren Wäldern, der Küste und den Rocky Mountains, das erstaunlich warme Klima und die „Open-Mindedness“ seiner Einwohner verliebt.

 

Jedenfalls war jetzt mal wieder ein Trip dringend überfällig. Ich hatte so sehr den Drang einfach mal die eigenen vier Wände zu verlassen und Abstand zu bekommen. Sonst verbiete ich mir solche „Ausbrüche“ meist aufgrund Zeitmangels.

 

Seit Klein auf reise ich nach Züri bzw. Lenzburg ...   

Lenzburg ist eine kleine idyllischen Gemeinde ca. 20 Minuten mit der Bahn von der City entfernt. Lenzburg erinnert mich ehrlich gesagt ein wenig an Disneyland #heileWelt =)

Die meiste Zeit verbrachte ich tatsächlich im wunderschönen Anwesen meiner Tante. Lange Spaziergänge mit ihrem Kind, äh Hund Emma, einer äußerst lebhaften, rossbollenfressenden Göre und gute Gespräche ließen Instagram und die daheim wartende  Arbeit für ein paar Momente in den Hintergrund treten. Ich denke, es ist ganz wichtig solche InternetdetoxTage regelmäßig in seinen Terminkalender zu integrieren. Ich schätze zwar alle Vorteile, die das Social Media und die moderne Kommunikation mit sich bringen, aber erst wenn man das Handy einmal konsequent weglegt, merkt man, welch wertvolle Momente man verpasst und plötzlich ist da  wieder Raum für dich selbst, Achtsamkeit, die reale Umwelt wahrnehmen...

Nun gut, ich möchte mich nicht in einer Abhandlung über die Pros und Cons der sozialen Medien verlieren.

 

Kommen wir zum CONTENT PART:


Vegan in der Schweiz

Ich muss feststellen, dass die Schweiz abseits der Metropolen weit hinter den deutschen Standards liegt, wenn es an das vegane Angebot geht. In Restaurants ist es mir tatsächlich passiert, dass der Service mit dem Begriff "vegan" gar nichts anfangen konnte und ich auf den Status vegetarisch degradiert wurde. In den Läden sucht man vergebens veganes Eis oder sonstige Spezialitäten. Dafür bietet Coop (DIE Schweizer Supermarktkette) eine meterlange Käse- und Joghurttheke, in der neben ca. 200 Milchjoghurt-Sorten sage und schreibe eines auf Sojabasis in vier Geschmacksrichtungen erhältlich ist. Ich denke Vegetarismus ist in unserem Nachbarstaat weit verbreitet und akzeptiert. Mit der Liebe für guten Käse und Bergmilch-Schokolade scheint der Veganismus jedoch etwas befremdlich für unsere Nachbarn. „Ja so ganz ohne Milch und Eier?“ , „Sie ist kein Mensch, sie ist Veganer“ waren zwei Aussagen, die ich in einem Biolokal erntete.

 

 

Die City 

So „veraltet“ man auf dem Land ist, so veganfreundlich ist man in der Stadt. Zürich ist meiner Meinung nach ein veganes Mekka. Bereits im Hauptbahnhof befindet sich ein Reformhaus, das kaum Wünsche offen lässt. Mein Lieblingstofu von Noppa, der in Deutschland leider nicht erhältlich ist (Für alle Schweizer: Besonders empfehlenswert sind die Sorten Asia, Räuchertofu und Provence), glutenfreies veganes Gebäck , Superfood-Riegel, Smoothies und frische Salate bringen mich immer wieder in Versuchung.

Die Bahnhofstraße entlang geht es Richtung Züri See, wo man ein traumhaftes Panorama erblickt: Schneebedeckte Berge und ein paar verlassene Boote.

Mit der Tram kommt man schnell von A nach B. Ich mache jedoch meist alles zu Fuß, da ich es einfach liebe durch Großstädte zu schlendern.

 

Das HILTL

Neu auf der Bahnhofstrasse befindet sich nun die HILTL Dachterrase. Im typischen HILTL Stil sehr schick eingerichtet und mit gaaaaanz viel Sonnnneeeeee .

... damit kommen wir auch schon zum eigentlichen Ursprung meiner Zürichliebe:

Das HILTL ist tatsächlich das älteste vegetarische Restaurant der Welt. Neben einem endlosen Buffet, welches keine Wünsche offenlässt, kann man auch á la carte bestellen. Vermutlich die klügere Alternative, die ich jedoch trotz bestehenden Vorhabens noch nie in die Tat umsetzten konnte. Die Verlockung der Vielfalt zwingt mich einfach jedes Mal in die Knie.

Geboten werden verschieden Dahl-Gerichte, Kichererbsen warm und kalt, Tofu warm und kalt, Falafel, Quinoa Taler, frittierte Wedges und andere nicht unfettige Sünden, Salate von den special „Dörrbohnen“  über den besten Randen (Rote Beete) Salat, Wakame, aktuell ein göttlicher Kürbis-Cranberry Salat, Currys, Reis, Ofengemüse, sowie Obst bester Qualität ( ich habe noch nie bessere Mango und Papaya gegessen) und eine süße Theke, die mit Chia Pudding, veganen Kuchen, Cremes, glasierten Früchten und Müsli generell das Fresskoma bei mir einleitet.

Wenn ich in Zürich übernachte, tanze ich bereits zum Frühstück an, kehre zum Mittagessen zurück und erscheine pünktlich um 21h zum Abendmahl. Jeder Zürich Aufenthalt bedeutet auch immer ein wenig Kampfessen :D


Neben dem vorzüglichen Essen ist die Location wunderschön designt. Im vorderen Bereich befindet sich der HILTL Club, in dem man zu später Stunde ordentlich abdancen kann. Sehr genial übrigens, Pelz ist im HILTL verboten!  

Das Interieur ist in einem modernen Barockstil gehalten und trotzdem gemütlich genug zum Abhängen (...und Verdauen).

Übrigens handelt es sich wie gesagt um ein vegetarisches Lokal. Die veganen Speißen überwiegen jedoch und alles ist genau beschildert. 

Direkt nebenan gibt es die erste Vegi-Metzg, welche neben einer authentischen Vloischtheke zahlreiche Köstlichkeiten, wie Salate to go, Smoothies, Riegel, Brownies und Kochzutaten wie Pasta, Hülsenfrüchte, Saucen uvm. bietet. Ach ja super liebes Personal ist beim HILTL inklusive. Wobei ich ja insgesamt finde alle Schweizer sind toll und viel viel lieber als ein Großteil der deutschen Bevölkerung <3

 

Einkaufs- und Futtertechnisch möchte ich euch noch das Reformhaus Müller oberhalb der Bahnhofstraße und die Foodhall im Jelmoli/Globus ans Herz legen. Ich kenne kein Reformhaus mit einem vergleichbaren Sortiment. Sehr veganlastig. Rohkost Konfekt, Riegel, Fleischalternativen von Tofu über Tempeh, eine gigantisches Regal feinster Trockenobst Spezialitäten. Hier findet ihr alles: getrocknete Granatapfelkerne, Berberitzen und die besten Medjool Datteln des Planeten. Aber auch Frischobst und Gemüse und viele glutenfreie Produkte sind im Angebot.

 

Zürich lässt definitiv das Herz eines jeden pflanzenbasierten Foodies höher schlagen.

Ich könnte noch soviel erzählen... Auch auf der anderen Seite des Limmat gibt es wunderschöne Bezirke, aber für heute will ich es gut sein lassen.

Vielleicht seid ihr ja mal auf der Durchreise und habt nur ein paar Stunden in der Stadt. Dann klappert auf jeden Fall die genannten Hotspots ab.

 

Zu Zürich kann ich nur abschließend sagen: SEE YOU SOON ! ;)

 

Falls ihr Fragen oder Anregungen habt à einfach in die Kommentare

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Kommentare: 4
  • #1

    sodeli (Sonntag, 06 Dezember 2015 10:46)

    wunderbarer Artikel

    Gerade in den letzten Jahren hat sich einiges getan in Zürich. Hier also als Ergänzung noch die veganen Restaurants:
    http://www.ellenbelle.ch/#!restaurant/c1vi0
    http://vegelateria.ch/
    http://www.marktkueche.ch/#!restaurant/crrl

    Natürlich zu Schweizer Preisen, aber jeden Rappen wert :-)

  • #2

    Julia (Sonntag, 06 Dezember 2015 22:54)

    @sodeli Vielen lieben Dank für dein Feedback und die Tipps. Ist fürs nächste Mal ganz oben auf der To-do-Liste markiert ;)

    Bist du denn selbst aus der wunderbaren Schweiz?

  • #3

    Major Duhart (Donnerstag, 02 Februar 2017 21:46)


    An outstanding share! I have just forwarded this onto a coworker who had been conducting a little research on this. And he actually ordered me lunch due to the fact that I found it for him... lol. So allow me to reword this.... Thank YOU for the meal!! But yeah, thanx for spending some time to talk about this issue here on your blog.

  • #4

    Dewey Magby (Freitag, 03 Februar 2017 16:53)


    Hi, I check your new stuff like every week. Your humoristic style is awesome, keep up the good work!